Die häufigsten Fehler bei der Digitalisierung in Unternehmen

Noch immer stehen viele Unternehmen vor einer großen Herausforderung, wenn es um das Thema Digitalisierung geht. In großen Unternehmen laufen viele Digitalisierungsprojekte und auch das Thema Prozessdigitalisierung ist hier meist weiter vorangeschritten. Schaut man sich jedoch mittelständische Unternehmen an, gibt es noch einige Defizite. Jedoch ist allen klar, dass keiner an der Digitalisierung vorbeikommt. In diesem Artikel finden Sie die häufigsten Fehler, die bei der Digitalisierung immer wieder auftreten. Diese gilt es zu vermeiden, denn dann kann die Digitalisierung für Ihr Unternehmen eine Steigerung entlang der Wertschöpfungskette bedeuten und Sie können langfristig am Markt bestehen.



# 1: Die Digitalisierung ignorieren

Leider gibt es noch immer einige Unternehmen, die die Digitalisierung in ihrer Gänze ignorieren. Das ist jedoch ein großer Fehler, denn sie wird sich immer weiter durchsetzen und die Unternehmen verlieren in den nächsten Jahren den Anschluss an den Wettbewerb. Sie ist keine Modeerscheinung, sondern die nächste Stufe der Industrialisierung. Nur wer das Thema Digitalisierung mit einer ausgearbeiteten Strategie angeht, hat am Markt auf lange Sicht gesehen eine Überlebenschance.



# 2: Es wird auf den richtigen Moment gewartet

Die Digitalisierung ist ein Projekt, welches nicht einfach und auf die Schnelle erledigt ist. Sie kostet Zeit und Know-how, bedarf einer Strategie und ist ein fortlaufender Prozess. Viele, vor allem mittelständische Unternehmen, haben aktuell jedoch nicht die Zeit oder die Kapazität. Volle Auftragsbücher, wirtschaftliche Krisen und auch der Fachkräftemangel halten Unternehmen davon ab die Digitalisierung anzugehen. Das ist jedoch keine Option, wenn man auf lange Sicht am Markt bestehen möchte. Das Thema Digitalisierung kann in kleinen Schritten angegangen werden. Aber auf den richtigen Moment zu warten ist definitiv nicht die beste Option.



# 3: Digitalisierung ist mehr als ein Produkt zu kaufen

In vielen Unternehmen wird, wenn es um das Thema Digitalisierung geht, oftmals erst ein Tool oder eine Plattform gekauft, ohne eine wirkliche Strategie zu haben. Meist liegt dieses Tool dann bei der IT-Abteilung, aber niemand kümmert sich wirklich um den Einsatz. Denn die Digitalisierung geht nicht nur die IT etwas an, sondern es muss unternehmensweit gehandelt werden. Nur dann kann die Digitalisierung auch wirklich zielführend umgesetzt werden. Also kaufen Sie bitte nicht einfach ein Produkt, sondern stellen Sie zuerst eine Strategie auf und schauen dann, welches Tool am besten zu Ihrem Unternehmen passt.



# 4: Monolithisch denken und agieren

In größeren Unternehmen tauchen häufig die gleichen Fehler auf. Die Abteilungen selbst werden isoliert betrachtet und starten ihre eigenen Digitalisierungsprojekte. Somit haben zum Beispiel die Buchhaltung und das Personal verschieden Tools, die nicht miteinander kommunizieren. Das Unternehmen agiert in Silos und es bestehen viele Einzellösungen. Wichtig wäre aber, dass die Digitalisierung im gesamten Unternehmen aufgegriffen wird und sich eine Projektgruppe aus den unterschiedlichen Abteilungen bildet, um das beste Tool für die Anforderungen des Unternehmens zu finden und somit Medienbrüche zu vermeiden.



# 5: Alles auf Einmal

Auch wenn die Technologie heute alles möglich macht, sollte der strategische Ansatzpunkt nicht vernachlässigt werden. Digitalisierung steht für die Zukunft, jedoch kann man nicht von heute auf morgen alles umstellen. Beginnen Sie mit kleinen Projekten und lernen sie daraus. Wenden Sie dieses Wissen für die nächsten Projekte an. Nur so kann die Digitalisierung in Ihrem Unternehmen zum Erfolg führen.



# 6: Ungeklärte Verantwortlichkeiten

Wie in Fehler Nummer vier schon beschrieben, besteht ein Unternehmen nicht aus Silolandschaften. Um die Digitalisierung im Unternehmen erfolgreich zu bewältigen, braucht es ein Team aus den unterschiedlichen Abteilungen und nicht nur die IT. Je größer das Unternehmen ist, desto wichtiger wird die Rolle des CDOs (Chief Digital Officer). Er ist das Bindeglied zwischen der Projektgruppe Digitalisierung und der Geschäftsleitung. Er behält das große Ganze im Blick und kann dadurch Entscheidungen treffen, die für alle Abteilungen zielführend sind.



# 7: Analoge Prozesse werden lediglich zu digitalen Prozessen

Viele Unternehmen begehen den Fehler, dass sie die bestehenden analogen Prozesse einfach in digitale Prozesse überführen. Dabei tauchen dann auch Aussagen wie „Das haben wir schon immer so gemacht“ auf. Aber genau das Gegenteil ist das Ziel. Bei der Digitalisierung von Prozessen geht es vor allem auch um Veränderung. Es besteht ein enormes Optimierungspotential und die Effektivität und Effizienz von Prozessen kann gesteigert werden. Durch die Automatisierung können Prozesse viel schneller ablaufen und die Mitarbeitenden sich auf wichtigere Themen fokussieren. Digitalisierung bedeutet also vor allem auch Veränderung, denn die Prozesse sollen auch in der Zukunft noch zielführend sein.



# 8: Mangelnde Kommunikation

Kommunikation ist das A und O in einem Unternehmen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, das Arbeiten mit einem neuen System sowie neue Abläufe verändern den Arbeitsalltag. Das gefällt nicht unbedingt jedem. Daher sollten die Mitarbeitenden frühzeitig mit ins Boot geholt werden und vor allem auch in das Projekt Digitalisierung einbezogen werden. Denn wer weiß besser, wie ein Prozess abläuft und wo seine Tücken sind? Die Mitarbeitenden haben das Detail-Wissen über die Prozesse und sind somit sehr wichtige Akteure bei der Prozessdigitalisierung. Change-Management kann nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn alle an einem Strang ziehen und bereit sind für Veränderungen.



Auch wenn wir hier viele Fehler aufgeführt haben, bringt die Digitalisierung nur Vorteile für ein Unternehmen und auch für die Mitarbeitenden mit sich. Durch die Digitalisierung können Freiräume für neue und interessante Aufgaben geschaffen werden. Langweilige, eintönige und wiederholende Arbeiten können durch die automatisierten Prozesse eliminiert werden und die Mitarbeitenden profitierten am Ende vom Jobenrichment. Wichtig ist nur, dass Sie eine Strategie ausgearbeitet haben und die richtigen Personen mit ins Boot holen. Hier können externe Partner sehr hilfreich sein. Denn sie wissen, wie die Digitalisierung in Unternehmen implementiert werden kann und welche Fehler es zu vermeiden gilt.